Flächennutzungsplan Windkraft Odenwald

Bericht des "Odenwälder Echos" über die Entwicklung des Windkraft-Projektes im Odenwaldkreis

"Neben den Bürgern und Gremien von Breuberg, Lützelbach, Bad König, Erbach, Michelstadt, Rothenberg und Beerfelden werden sich vor allem die von Reichelsheim, Mossautal, Sensbachtal und Hesseneck intensiv mit den Plänen zur Ausweitung der Windkraft-Nutzung im Odenwaldkreis auseinanderzusetzen haben. Denn die bisher noch nicht bekannten vier von neun Bestands- und Erwartungsgebieten für Rotoren-Bebauungen befinden sich in den Gemarkungen dieser Gemeinden.

Schließen lassen sich die Standorte aus einer Grobkopie des Entwurfs für den sachbezogenen Flächennutzungsplan Windenergie, die dem ECHO nun vorliegt. Auf ihre Interpretation verlegt sich die Redaktion deshalb, weil über eine grundsätzliche Information über Verfahrensablauf und -ziele hinaus („29 neue Rotoren-Standorte, die bewegen“, ECHO vom 20. Januar) vom Odenwaldkreis und seiner Tochter Brenergo weiterhin noch keine Informationen herausgegeben worden sind. Bei diesen Stellen laufen die Fäden des gemeinsamen Verfahrens zusammen, in das sich die Kommunen mit dem Wunsch begeben haben, der drohenden wilden Ausbreitung von Windrädern mit einer gesteuerten Erhöhung der Kapazitäten vorzugreifen.

Wie berichtet, hatte die Landschaftsplanerin Andrea Sliwka (Büttelborn) die Eignung der Höhenlagen im Odenwaldkreis für die Nutzung von Windenergie untersucht und aus der Bewertung harter und weicher Faktoren zunächst 29 potenzielle Plätze herausgefiltert, die im weiteren Sondierungsprozess auf neun eingekreist wurden. Diese Auswahl bilden der noch zu erweiternde bestehende Windpark Hainhaus im Dreieck von Lützelbach, Bad König und Michelstadt mit deren Ansiedlungen Breitenbrunn, Haingrund, Fürstengrund, Kimbach, Hainhaus, Bremhof und Vielbrunn sowie acht neue Areale.

Von diesen Windpark-Erwartungsflächen über die Berichterstattung aus örtlichen Gremien bekannt geworden waren bis Donnerstag der Auerberg zwischen Sandbach und Rimhorn als Breuberger Erwartungsfläche, der am Finkenberg oberhalb von Finkenbach ansetzende Höhenzug Richtung Olfen/Airlenbach im Gebiet von Beerfelden und Rothenberg, der Dautenberg in der Gemarkung Langer Forst bei Bullau und Schöllenbach auf Erbacher und Hessenecker Land und der Kornberg im Geviert zwischen Michelstadt, Habermannskreuz, Eulbach und Weiten-Gesäß im Michelstädter Gebiet.

Die nun ersichtlichen verbleibenden Bauerwartungsflächen betreffen vor allem die Reichelsheimer Ortsteile Gumpen sowie Ober- und Unter-Ostern samt der Ortschaft Weschnitz/Kreis Bergstraße (Großraum Stotz), die Mossautaler Ortsteile Ober- und Unter-Mossau, Hüttenthal und Hiltersklingen sowie Reichelsheim-Erzbach und -Rohrbach (Großraum Lärmfeuer), die Beerfelder Kernstadt und den Stadtteil Gammelsbach sowie die Sensbacher Ortsteile Unter-Sensbach und Hebstahl (Großraum südliche Sensbacher Höhe) sowie den Hessenecker Ortsteil Kailbach samt der benachbarten bayerischen und baden-württembergischen Dörfer (Großraum Schildenberg)."