Kellerei mit Burggraben um 1950
Der nördliche Flügel der ehemaligen Burganlage ist das frühere Amtshaus, in dem der gräfliche Verwaltungsbeamte, der "Keller" seinen Sitz hatte. Hiervon leitet sich der Name "Kellerei" ab, der seit 1532 für das Anwesen verwendet wird.
Seit die Kellerei 1970 in den Besitz der Stadt Michelstadt überging, wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen. Die bisher wichtigste Maßnahme war hierbei die Einrichtung des Odenwaldmuseums in der ehemaligen Zehntscheune, in der einst der gräfliche Zehnt gelagert wurde. Im Gewölbekeller der Zehntscheune wurde der sogenannte "Schenkenkeller" eingerichtet, der für Veranstaltungen verschiedenster Art zur Verfügung steht und wegen seiner besonderen Akustik gerne für musikalische Darbietungen genutzt wird.
Im Untergeschoss des Amtshauses befinden sich zwei Bildhauerateliers (Andrea Klinger - Form und Feld; Sieglinde Gros - Bildhauerei) und das zum Odenwaldmuseum gehürende Lapidarium, in dem steinerne Zeugen der Vergangenheit aus der näheren Umgebung ausgestellt sind. Im Süflügel neben dem gotischen Torbogen des Torhauses befindet sich die Kunstdrechslerei von Florian Scharf. Sie können den Künstlern beim Arbeiten über die Schulter schauen und Exponate käuflich erwerben.