Neues Pumpwerk an der Deckelquelle in Michelstadt

9. August 2018

Für beide Maßnahmen hat die Stadtwerke GmbH, nach Auskunft von Geschäftsführer Ulrich Rauth, ein Fachunternehmen aus Ravensburg (HydroElektrik) beauftragt.

Die in dieser Woche gelieferte Pumpstation aus Edelstahl hat die Besonderheit, dass schon die komplette Innenausstattung funktionsfähig installiert ist. Zur endgültigen Nutzung sind noch die Anschlussarbeiten vorzunehmen.

Das neue Pumpwerk wird später das Quellwasser der Deckel-, Löwenkopf- und Miesquelle in den neuen Hochbehälter am Michelshof pumpen. Die Baukosten liegen für den Hochbehälter und für das Pumpwerk bei 1,5 Mio. Euro (netto). Neben den genannten Baukosten fallen für beide Projekte noch Kosten für Ingenieurleistungen, für Leitungsbau und Anschlüsse sowie für Außenanlagen in Höhe von etwa 700.000 Euro (netto) an. Zusammen investieren die Stadtwerke rund 2,2 Mio. € für die Modernisierung Trinkwasserversorgung in Michelstadt.

Ein Betrag der laut Bürgermeister Stephan Kelbert gut angelegt ist. Er weist in diesem Zusammenhang auch auf die sehr gute Trinkwasserqualität hin. Je härter das Wasser ist, desto mehr Kalzium und Magnesium enthält ist. Hartes Wasser führt zu Kalkablagerungen, zudem muss bei Wasch- und Spülvorgängen mehr Wasch- bzw. Spülmittel verwendet werden. In Darmstadt beträgt die Wasserhärte z. B. 17,8 – 20,8 Grad deutscher Härte (dH) und ist somit dem Härtegrad 3 zuzuordnen. Im Gegensatz dazu ist in Michelstadt und Erbach sehr weiches Wasser mit Werten von 3,6 – 5,9 dH zu finden, welches dem Härtegrad 1 entspricht.

Wie behutsam die Anlage in den Bereich der Naherholungsanlage eingefügt wird, zeigt alleine schon die Tatsache, dass die Gesamtaktion von einer ökologische Baubegleitung betreut wird.

Schon vor rund 100 Jahren begann die Stadt Michelstadt, die zentrale Trinkwasserversorgung planmäßig auszubauen und die Wasserleitungen zu den einzelnen Wohnungen zu verlegen. Die Öffentlichen Brunnen, aus denen zuvor die Bewohner Michelstadts das Wasser entnahmen, verloren damit allmählich an Bedeutung.

Zu der damaligen Zeit wurde die Wasserversorgung der Stadt durch die Naturquellen (Deckelquelle, Löwenkopfquelle, Miesquelle, Quelle bei der Kapellenwiese) gedeckt und die natürlichen Gefälle reichten aus, um die Einwohner der Stadt mit Trinkwasser versorgen zu können. Da sich aber mit der Zeit, besonders während der heißen und trockenen Sommermonate, ein Wassermangel bemerkbar machte, weil ein Wasservorrat fehlte, errichtete das Wasserwerk der Stadt Michelstadt einen Hochbehälter mit Quellenkammer an der Deckelquelle.

Dieser Wasserspeicher sicherte den Bewohnern Michelstadts das ganze Jahr über einen ausreichenden Wasservorrat. In den letzten Jahrzehnten wurde der Wasserhochbehälter II (Am Heuberg) und der Wasserhochbehälter I (Am Galgenberg) errichtet. Die Trinkwasserversorgung ist somit, auch bei steigender Einwohnerzahl, für die nächsten Jahrzehnte gesichert. Zu dem Versorgungsgebiet gehören auch die sieben Stadtteile.