Wichtiger Schub für Elektro-Mobilität im Odenwaldkreis

3. April 2019

Die Elektro-Mobilität im Odenwaldkreis nimmt Fahrt auf: Der Bund hat vor kurzem einen großen Zuschuss für den Kauf von E-Fahrzeugen freigegeben. Das hat Landrat Frank Matiaske in der Bürgermeisterkreisversammlung mitgeteilt. Um das Geld hatten sich gemeinsam mit der Kreisverwaltung fünf Kommunen sowie der Abwasserverband Mittlere Mümling beworben. So können nun insgesamt zehn Fahrzeuge bestellt werden – je zwei für den Odenwaldkreis, die Stadt Michelstadt und die Gemeinde Höchst sowie je eines für die Stadt Breuberg, die Gemeinden Brensbach und Lützelbach sowie für den Abwasserverband.

Gefördert werden 50 Prozent der Anschaffungskosten. Die Fördersumme beträgt insgesamt rund 186.000 Euro. „Damit konnten wir den Gesamtrahmen dieses Zuschusses, der bei 200.000 Euro lag, fast ganz ausschöpfen“, hob der Landrat hervor. „Mit dem Kauf der Autos bringen wir deutlich zum Ausdruck, dass uns der Klimaschutz wichtig ist.“ Voraussetzung für den Zuschuss war, dass für jedes neue E-Auto ein Altfahrzeug abgemeldet oder verschrottet wird. „So soll erreicht werden, dass der jeweilige Fuhrpark auch tatsächlich in Richtung E-Mobilität umgestellt wird und nur so lässt sich auch eine Einsparung bei den CO₂-Emissionen nachweisen“, erläutert Frank Slawik, der Klimaschutzmanager des Kreises, der für die Antragstellung zuständig war und die Städte und Gemeinden nun auch beim Kauf der Autos begleitet. „Alles muss gut dokumentiert werden, nur so ist eine reibungsfreie Inanspruchnahme der Fördermittel möglich“, so Slawik, dessen Stelle beim Bau- und Immobilienmanagement Odenwaldkreis (Bimo) angesiedelt ist. Angeschafft werden hauptsächlich reine E-Fahrzeuge, aber auch einige wenige Plug-In-Hybrid-Autos. Die Fördermittel können zum Teil auch für die Aufstellung von Ladesäulen verwendet werden.

 

Auch der Vorsitzende der Bimo-Betriebskommission, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis, freut sich über die Zuwendungsbescheide und dankte Slawik für sein Engagement. Gemeinsam mit Landrat Matiaske verwies Grobeis darauf, dass die Anschaffung von zwei neuen E-Autos für die Kreisverwaltung Teil eines umfassenden Vorhabens ist: Der aus 26 Fahrzeugen bestehende Fuhrpark soll schrittweise vollständig auf Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeuge umgerüstet werden. „Der Fuhrpark soll ab Sommer 2020 von Autos mit reinen Verbrennungsmotoren frei sein“, heben Matiaske und Grobeis hervor.

Bis dahin werden die Leasingverträge für 21 Dieselautos ausgelaufen sein. Bereits jetzt fährt Landrat Matiaske mit einem Hybridauto, außerdem stehen den Mitarbeitern schon seit längerem zwei Elektro-Smarts, die dem Kreis gehören, als Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Hinzu kommen nun die beiden vom Bund geförderten Fahrzeuge. Ergänzt wurde der Fuhrpark Ende vergangenen Jahres durch drei Elektroautos, die die Entega AG übergeben hatte. Da der Odenwaldkreis ausschließlich Öko-Strom bezieht, werden alle neuen Fahrzeuge mit diesem Strom „betankt“.

Den Antrag auf den Zuschuss des Bundes hatte Slawik im vergangenen Jahr beim Projektträger Jülich gestellt, der im Auftrag der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums Forschungs- und Innovationsförderprogramme umsetzt. Beantragt wurde die Förderung im Rahmen einer „ausgewählten Maßnahme“, mit der eine CO₂-Einsparung von mindestens 70 Prozent erzielt werden muss. Ein Bestandteil des Antrags war das Klimaschutzkonzept des Odenwaldkreises und seiner Städte und Gemeinden, in dem die Bedeutung der Elektromobilität verankert ist. „Die vorrausschauende Planung des Odenwaldkreises und seiner Städte und Gemeinden wurde belohnt, da sonst eine Antragsstellung nicht möglich gewesen wäre“, hebt Slawik hervor.