Vortrag "Stadtgründungen"

"Kleine Stadt, keine Stadt? – Beerfelden, Erbach, Michelstadt: Mittelalterliche Stadtgründungen der Herren von Erbach“

Während es für Beerfelden eine Stadtrechtsurkunde des Reichsoberhaupts von 1328 gab, ist für Michelstadt eine solche Urkunde nicht bekannt, ebenso wenig wie für Erbach. Für beide Städte ist lediglich die Wappenverleihung durch den Landesherrn 1541 bzw. 1560 urkundlich dokumentiert. 
Obwohl Beerfelden eine förmliche Stadtrechtsurkunde erlangt hatte, konnten dort niemals die städtischen Freiheiten vollständig durchgesetzt werden. Der Ort blieb immer eine „Minderstadt“, eine in ihren Rechten beschnittene Stadt, deutlich erkennbar durch die zeitgenössische Bezeichnung als Dorff (1450) oder villa (1509) und wegen der fehlenden Ummauerung. Dagegen weisen Michelstadt und Erbach bereits im späten Mittelalter alle wesentlichen Stadtmerkmale auf – auch ohne förmliche Stadtrechtsurkunden. Damit zählen sie jedoch nicht zu den „gegründeten“, sondern zu den „gewachsenen“ Städten. Da viele Städte dieser Epoche nicht mehr den Aufschwung ihrer Vorgänger im 12. und 13. Jahrhundert nehmen konnten, verblieben sie auf der Stufe von Klein-, Zwerg- oder Kümmerformen und waren oftmals sogenannte „Minderstädte“.
Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen schien es für die Herren von Erbach dennoch erstrebenswert, dass die größeren zentralen Orte im erbachischen Territorium – eben Michelstadt, Erbach und Beerfelden – Städte wurden. Im Fokus der Betrachtung stehen daher die Beweggründe, die für die Schenken von Erbach Anlass zu den Stadtgründungen waren, sowie die Frage nach der Entwicklung der Orte im Sinne einer Stadt.

Referent: Dr. Uli Steiger
Ort: im Foyer der Volksbank Odenwald, Frankfurter Straße 1
Veranstalter: Kulturamt Michelstadt

Details

Datum Uhrzeit Preis
18. September 19:30 - 21:00 Uhr 3 Euro

Vortrag "Stadtgründungen"

18.September.2026

"Kleine Stadt, keine Stadt? – Beerfelden, Erbach, Michelstadt: Mittelalterliche Stadtgründungen der Herren von Erbach“

Während es für Beerfelden eine Stadtrechtsurkunde des Reichsoberhaupts von 1328 gab, ist für Michelstadt eine solche Urkunde nicht bekannt, ebenso wenig wie für Erbach. Für beide Städte ist lediglich die Wappenverleihung durch den Landesherrn 1541 bzw. 1560 urkundlich dokumentiert. 
Obwohl Beerfelden eine förmliche Stadtrechtsurkunde erlangt hatte, konnten dort niemals die städtischen Freiheiten vollständig durchgesetzt werden. Der Ort blieb immer eine „Minderstadt“, eine in ihren Rechten beschnittene Stadt, deutlich erkennbar durch die zeitgenössische Bezeichnung als Dorff (1450) oder villa (1509) und wegen der fehlenden Ummauerung. Dagegen weisen Michelstadt und Erbach bereits im späten Mittelalter alle wesentlichen Stadtmerkmale auf – auch ohne förmliche Stadtrechtsurkunden. Damit zählen sie jedoch nicht zu den „gegründeten“, sondern zu den „gewachsenen“ Städten. Da viele Städte dieser Epoche nicht mehr den Aufschwung ihrer Vorgänger im 12. und 13. Jahrhundert nehmen konnten, verblieben sie auf der Stufe von Klein-, Zwerg- oder Kümmerformen und waren oftmals sogenannte „Minderstädte“.
Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen schien es für die Herren von Erbach dennoch erstrebenswert, dass die größeren zentralen Orte im erbachischen Territorium – eben Michelstadt, Erbach und Beerfelden – Städte wurden. Im Fokus der Betrachtung stehen daher die Beweggründe, die für die Schenken von Erbach Anlass zu den Stadtgründungen waren, sowie die Frage nach der Entwicklung der Orte im Sinne einer Stadt.

Referent: Dr. Uli Steiger
Ort: im Foyer der Volksbank Odenwald, Frankfurter Straße 1
Veranstalter: Kulturamt Michelstadt

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