Die Russeneiche

Naturdenkmal mit Geschichte

Die Russeneiche ist eine beeindruckende Traubeneiche (Quercus petraea), die auf einer Anhöhe nordöstlich des Michelstädter Stadtteils Rehbach steht. Ihr Alter wird auf 300 bis 400 Jahre geschätzt.

Sie gilt als einziger dominierender Baum in der umliegenden Feldflur und steht auf etwa 335 Metern über Normalnull in der naturräumlichen Einheit „Eichelsberge“.

Merkmale des Baumes
  • Höhe: ca. 25 m
  • Stammumfang: 5,80 m
  • Besonderheit: Der Stamm ist bis in 8 m Höhe komplett hohl
  • Vitalität: Trotz des hohlen Stammes zeigt der Baum ein gesundes Kronenbild und hat bis heute allen Stürmen standgehalten.

Im unteren Bereich wachsen Wasserreiser und Klebäste, wodurch sich der Eindruck einer zweigeschossigen Krone ergibt. Die Hauptkrone beginnt ab etwa 7 bis 8 Meter Höhe mit drei markanten Starkästen, die das Grundgerüst bilden.

Pflegemaßnahmen

Der Baum wurde zuletzt 1990 fachgerecht baumchirurgisch behandelt, um seine Stabilität zu sichern.

„Ein Name mit Geschichte(n)“  oder „Geschichten rund um die Russeneiche“

Der Name geht vermutlich auf Ereignisse im Herbst 1813 zurück. Damals zogen russische Soldaten durch den Odenwald, um das geschlagene napoleonische Heer nach der Völkerschlacht bei Leipzig zu verfolgen.

Laut Überlieferung lagerten russische Truppen unter der Eiche. In Höchst – nördlich von Rehbach – ist dokumentiert, dass im November 1813 900 russische Soldaten mit 500 Pferden Quartier bezogen. Es gibt aber auch andere Überlieferungen.

Der Name „Russeneiche“ ist bis heute nicht abschließend erklärt. Neben historischen Ereignissen gibt es auch mündlich überlieferte Erzählungen, wie sie der Rehbacher Georg Pfeiffer dokumentierte. Hier geht's zu dieser Überlieferung.

Standortdaten (für Wandernde und Naturinteressierte)
  • Höhenlage: 335 m über NN
  • Kartenausschnitt: TK 25, Blatt 6219 (Brensbach)
  • Koordinaten:
    • Rechtswert: 34 97 18
    • Hochwert: 55 08 30
  • Gemarkung: Rehbach (Michelstadt)
„Bürgeraktion für den Erhalt der Russeneiche“

Im März 2004 wurde eine junge Eiche gepflanzt, gezogen aus einer Eichel der Russeneiche. Die Aktion war Teil einer Landschaftsschutzmaßnahme und entstand auf Initiative der Rehbacher Dorfgemeinschaft. Hier geht's zum Presseartikel.