Einhardsbasilika 827 – Schicksalstage eines Kirchenbaus
- 12.11.2027
- 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Schicksalstage eines Kirchenbaus – warum verließ Einhard Michelstadt?
Einhard hatte Michelstadt von Ludwig dem Frommen erhalten. Sein Lebens
mittelpunkt war jedoch keineswegs in Michelstadt. Er lebte und arbeitete nach
wie vor in Aachen, in Gent, in Saint Wandrille – da, wo der Kaiser in brauchte
und wo er als Laienabt seine Abteien leitete. Trotzdem ließ er in Michelstadt
Steinbach eine Basilika mitsamt einer Klosteranlage bauen. Hier wollte er
seinen Lebensabend verbringen, sein Tusculum erbauen.
Doch dann kam alles anders. Die Reliquien, die sein Sekretär Ratleik für ihn
von Rom nach Steinbach brachte, waren keineswegs „Katalogware“. Ratleik
brachte die sterblichen Überreste von Marcellinus und Petrus nach Steinbach.
Diese waren Kanonheilige, die im Hochgebet der Heiligen Messe genannt
werden. Jeder Katholik, der je einer Heiligen Messe beigewohnt hatte, kannte
diese beiden Heiligen.
Der Pilgerstrom zu den beiden Heilgen stellte Einhard vor ein Problem, dass
er in Michelstadt nicht lösen konnte. Die weitreichende Entscheidung fiel
schnell. Einhard würde Michelstadt mitsamt den beiden Heiligen verlassen.
Sein neuer Lebensmittelpunkt würde Ober-Mulinheim sein. Michelstadt
stürzte nun zurück in die historische Belanglosigkeit, aus der Einhard
es für einen Moment herausgeholt hatte.
Diese Ereignisse und das Schicksal der Einhardsbasilika wird
Antje Vollmer in ihrem Vortrag vorstellen.
